Kirchen im UNESCO-Welterbe Mittelrhein

Neues Medium bei Studienkonferenz der Thomas-Morus-Akademie vorgestellt

Vertreter evangelischer und katholischer Kirche sowie Touristiker sprachen über Welterbestätten und Besucherströme

HILDESHEIM/RHEIN-LAHN. (5. Februar 2015) „Kirchen und Klöster als Weltkulturerbestätten - Touristische Attraktionen oder Orte des religiösen Lebens?“ lautete der Titel einer Studienkonferenz der Thomas-Morus-Akademie, bei der es auch um die Kirchen im Welterbe Oberes Mittelrheintal ging. Großes Interesse fand dabei die App des ökumenischen Forums „Kirchen im Welterbe Mittelrhein“. Mit der Software für mobile Geräte können Touristen auf ihrem Smartphone Informationen zu 121 Kirchen und Klöstern zwischen Koblenz und Bingen/Rüdesheim erhalten.

Bernd-Christoph Matern, Mitglied des Forums und Öffentlichkeitsreferent der evangelischen Kirche an Rhein und Lahn, stellte den Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche sowie touristischer Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die moderne Medienform vor. Im vergangenen Jahr hatte das Forum noch unter Federführung des damaligen Propstes und jetzigen Bischofs Dr. Sigurd Rink die kostenlose App konzipiert. Sie informiert nicht nur über Standorte und Sehenswertes der Kirchen links und rechts des Mittelrheins. Mit ihr lassen sich auch Nachrichten versenden, Fotos und Kommentare auf Facebook posten oder ein Quiz zur Kirche abrufen.

Während der Studienkonferenz in Hildesheim wurde darüber diskutiert, ob Smartphones überhaupt in ein Gotteshaus gehören oder ob sie nicht vielmehr dazu beitragen, die Andacht des Ortes zu stören. „Das wäre so, wie wenn man vor einem Restaurant die Speisekarte studiert und drinnen dann aber keine mehr bekommt“, meinte einer der Tagungsteilnehmer. „Früher saß man mit dem Baedecker in der Kirchenbank, warum dann heute nicht mit dem Smartphone, um etwas über die Kirche zu erfahren?“, meinte eine andere Teilnehmerin. „Wenn es Gemeinden ernst meinen mit Öffentlichkeitsarbeit, sollten sie auch moderne Medien nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen“, erklärte Matern im Gespräch mit dem Akademie-Direktor Dr. Wolfgang Isenberg, was das ökumenische Forum auf die Idee brachte, die App zu entwickeln. „Ich bin fest überzeugt davon, dass die überwiegende Zahl der Kirchenbesucher mit dem notwendigen Respekt das Smartphone in einer Kirche benutzt“, so Matern. Kirchen könnten deshalb sowohl touristische Attraktion als auch Orte religiösen Lebens sein. „Wenn das tatsächlich heilige Orte sind, wer will dann sagen, dass sie als solches nur ohne Handy in der Hand Wirkung haben können?“

„Wer Menschen erreichen will, muss sich auf deren Bedürfnisse und Interessen einlassen“, meinte eine Teilnehmerin, die Zweifel äußerte, dass der Begriff „KirchenApp“ auch kirchenferne Menschen anspreche. Freilich bedürfe es einer Bewerbung der App mit Printmedien, der ständigen Weiterentwicklung und vor allem einer Vernetzung sowohl innerkirchlich als auch mit den Touristik-Fachleuten, um auf das Medium hinzuweisen, sagte Matern. „Nicht jeder Wanderer auf dem Rheinsteig interessiert sich für die Kirchen im Welterbetal, aber wer es tut und ein Smartphone nutzt, sollte damit auch fündig werden.“ Und wenn der Wanderer, der einen Rastplatz sucht, um den leiblichen Hunger zu stillen, dadurch noch einen offenen Rastplatz für die Seele in Form einer Kirche finde, wie das am Rheinsteig etwa in Bornich der Fall ist, schade das sicher nicht.

Im Mittelpunkt der Tagung standen aber auch Fragen, wie die wachsenden Besucherströme zu religiösen Welterbestätten wie den Kölner Dom, den Stephansdom in Wien, die Stiftskirche in St. Gallen oder die bayrische Wieskirche in sinnvollen Bahnen gelenkt werden können.

Die Kirchen-App für die Kirchen am Mittelrhein kann kostenfrei in den App-Stores Google und Apple heruntergeladen werden unter dem Suchwort KirchenMRH.


Öffentlichkeitsreferent Bernd-Christoph Matern referierte auf Einladung der Thomas-Morus-Akademie vor Vertretern evangelischer und katholischer Kirchen sowie touristischer Organisationen über das ökumenische Forum „Kirchen im Welterbe Mittelrhein“ und die Kirchen-App, die zum Besuch der Gotteshäuser einlädt und über sie informiert.



Text und Foto: Bernd-Christoph Matern

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